[Freising] FDP Freising kritisiert Entscheidung zum Kauf des Abseits‘ scharf

Freising – Mit Verwunderung und Empörung reagiert der Vorstand der FDP Freising auf die Entscheidung des Stadtrates das Abseits zu kaufen: „Während Sportvereine um jeden Brotkrumen Förderung kämpfen müssen, wird hier eine Kneipe mit zweifelhaftem Ruf auf Kosten des Steuerzahlers gerettet.“, so der Ortsvorsitzende der FDP Freising, Dr. Jens Barschdorf. „Dies halten wir für falsch und unsinnig und es zeigt wieder einmal, dass manchen im Stadtrat echte Jugendförderung, wie sie in Sportvereinen betrieben wird, vollkommen egal ist, während sie für ein angeblich kulturelles Projekt, dessen Erfolg mehr als zweifelhaft ist, immer bereit sind Geld auszugeben.“

Stadträtin Anna Maria Sahlmüller ergänzte: „Ich habe dagegen gestimmt, weil ich meine, die Stadt soll sich nicht ein weiteres Mal in ein finanzielles Engagement hineintreiben (Eishalle) lassen. Abgesehen von den wirtschaftlichen Risiken des Projekts, die man zur Zeit offenbar als unwichtig erachtet, würde mit der angedachten Entscheidung zugunsten eines privaten Engagements ein Präzedenzfall geschaffen, der weitere Begehrlichkeiten wecken würde. Die Stadträte müssen Augenmaß behalten. Wir sind für die Gesamtstadt verantwortlich und nicht für die lautesten Werber. Jede kulturelle Nutzung kann aus städtischen Mitteln allenfalls gefördert werden. Grundlage muss allerdings immer der sorgfältige Umgang mit dem Steuergeld der Bürger sein. Das heißt, der Erwerb von Liegenschaften muss sich am Marktwert und am Nutzen für die Gemeinschaft orientieren. Das bedeutet, der Erwerb des Anwesens an der Landshuter Straße muss zuvörderst im städtischen Interesse liegen, ansonsten besteht die Gefahr einer Wettbewerbsverzerrung unter den Kultureinrichtungen und den Gastronomiebetrieben.“

Auch der Kreisvorsitzende Dr. Martin Alberti erklärte seine Unzufriedenheit mit dieser Entscheidung: „Durch den Beschluss erwirbt die Stadt zwar ein Gelände und Gebäude, das einen finanziellen Gegenwert darstellt, aber mit Mitteln die sie eigentlich nicht hat. Viel bedenklicher ist jedoch, dass die Stadt hier einen einzelnen privaten, kulturellen Verein gegenüber anderen auch förderwürdigen Initiativen klar bevorzugt. Auch wenn das Abseits – das vor mehr als zwei Jahren geschlossen wurde – etwas Besonderes in der Stadt war, so ist es sehr fraglich, ob es jemals wieder diesen Kultstatus erreichen wird. Wenn die Stadt hier jetzt aktiv wird, darf man sich nicht darauf verlassen, dass der Abseitsverein das irgendwie stemmen wird, sondern man muss die Verträge so gestalten, dass die Stadt und somit Steuerzahler zukünftig nicht belastet werden.“