[Freising] Auftakt der Veranstaltungsreihe „Stadt und Landkreis im Fokus“

Freising – Knapp 20 Interessierte waren am Mittwoch in den Grünen Hof zur Auftaktveranstaltung der kommunalpolitschen Themenstammtische der FDP Freising zur Kommunalwahl gekommen. „Wir wollen mit dieser Themenreihe unter dem Titel ‚Stadt und Landkreis im Fokus‘ zentrale kommunalpolitische Themen ansprechen. Und in den unterschiedlichen Bereichen schauen, wo der Schuh drückt und welche Vorschläge zur Bewältigung der Probleme von den Betroffenen oder Experten unterbreitet werden.“, so der Kreisvorsitzende der Freisinger Liberalen, Dr. Martin Alberti zum Einstieg. Der Ortsverband Freising hatte zu diesem Anlass den Vorsitzenden der IHK Region Freising Erding und Vizepräsidenten der IHK Oberbayern Otto Heinz eingeladen. „Ich freue mich sehr, dass der Termin geklappt hat, da ich und viele andere das Gefühl haben, dass im Landkreis die wesentlichen Zukunftsthemen, die von der Kommunalpolitik gestaltet werden können, leider oft nicht angegangen werden. Umso mehr freut es mich, dass auch viele Nicht Parteimitglieder zu unserer heutigen Veranstaltung gekommen sind.“, so der Ortsvorsitzende Dr. Jens Barschdorf zur Begrüßung, „Wir haben mit Ihnen Herrn Heinz einen Gesprächspartner, von dem wir uns auch Input wünschen, wie wir die Wettbewerbsfähigkeit des Landkreises erhalten und die niedrige Arbeitslosigkeit sichern, aber auch welche Probleme die Wirtschaft bewegen.

Otto Heinz führte dann durch die wesentlichen Punkte, die für die über 20.000 Mitgliedsbetriebe der IHK in den Landkreisen Freising und Erding zentral sind. „Wir haben in einer Mitgliederbefragung im Jahr 2017 untersucht, was die positiven Seiten des Landkreises für unsere Unternehmen sind, und wo sie Verbesserungsbedarf sehen. Insbesondere die Dauerbrenner Wohnraum und das Angebot und Kosten der Gewerbeflächen sind ein wesentliches Problem, aber auch eine bessere Infrastruktur, in Bezug auf Breitbandversorgung, Straßen und Schienenanbindung. Hier wünschen wir uns von der Politik entschlossenes Handeln.“ Heinz führte aus, dass nur etwa 1% der Gesamtfläche des Landkreises von Unternehmen genutzt wird und die Wirtschaft anteilsmäßig nur einen geringen Anteil an der Flächenversiegelung beansprucht. „Gerade auf Grund der hohen Kosten von Bauland, versuchen viele Unternehmen auf dem existierenden Gelände zu wachsen, beispielsweise durch Anbauten oder Aufstockungen. Aber selbst hierfür geht mittlerweile oft der Platz aus. Wir sind klar der Meinung, dass zuerst die bestehenden Gebiete genutzt werden sollten, bevor weitere Gebiete ausgewiesen werden. Auch wollen wir nicht zu sehr in Konflikt mit der Wohnbebauung kommen, die ja auch dringend vorangetrieben wird.“ Dr. Martin Alberti regte deshalb an, sich verstärkt auch über Mischgebiete Gedanken zu machen, in denen beispielsweise Mitarbeiterwohnungen, oder Wohnungen über Geschäften leichter möglich sind, was auf Verständnis von Herrn Heinz stieß.

In der Zusammenarbeit mit den Gemeinden und dem Landratsamt zeigte sich Heinz recht positiv. Insbesondere bemühen sich die Behörden die bürokratischen Hemmnisse, die oft von Landes-, Bundes- oder europäischer Ebene kämen, möglichst kooperativ mit den Unternehmen umzusetzen. Der Unternehmer Heinz regte aber auch an, dass die Kommunen bei Ausschreibungen, die Kriterien möglichst so festlegen, dass die Qualität der zu erbringenden Leistung sichergestellt werden kann. Eine bessere und einfachere Kommunikation mit den Ämtern forderte Dr. Jens Barschdorf. „Die Digitalisierung ermöglicht es, dass Anträge auch digital eingereicht werden können, aber dennoch müssen sie heute immer noch persönlich vorbeigebracht werden, gefaxt oder per Post verschickt. Auch sollten wir dafür sorgen, dass die Anforderungen an Anträge schon zu Beginn so klar wie möglich sind und nicht andauernd weitere Unterlagen nachgefordert werden können. So können wir die Dauer der Verfahren deutlich verkürzen und die Kosten senken.“ Auch diese Forderung wurde von der Runde sehr positiv aufgenommen.

Aus der Runde wurde zudem die Forderung erhoben, dass auch die Stadt und der Landkreis stärker Gründer unterstützen sollten und ihnen helfen sollten Netzwerke aufzubauen.

Am Ende der Veranstaltung kamen die Anwesenden auch auf den Brexit und die Konsequenzen für den Wirtschaftsstandort zu sprechen. „Ich bin der Meinung, dass die Umstellung letztendlich funktionieren wird. Aber das Chaos des Brexit zeigt doch, wie wichtig es ist sich gerade bei europapolitischen Fragen einzubringen. Ich kann deshalb nur jeden einzelnen dazu auffordern am 26. Mai zur Europawahl zu gehen und dort ein Bekenntnis zur Weiterentwicklung der europäischen Union abzugeben.“, so Heinz. Eine Forderung, der sich alle Anwesenden anschließen konnten.

Der nächste Themenstammtisch in der Veranstaltungsreihe findet am 8. Mai mit dem Vorsitzenden der Liberalen Kommunalpolitiker, dem Bürgermeister von Eichenau, Peter Münster, statt.