[Freising] Pressebericht zu „Bezahlbaren Wohnraum schaffen“

Im Gasthof Furtner trafen sich knapp 20 Interessierte um zusammen mit dem FDP Ortsverband Freising über das Thema bezahlbaren Wohnraum zu diskutieren. Der Ortsvorsitzende Dr. Jens Barschdorf hatte hierzu den Landtagsabgeordneten Sebastian Körber eingeladen. Dieser ist der Vorsitzende des Ausschusses für Wohnen, Bauen und Verkehr im Landtag, stammt aus Forchheim und ist selbst Architekt und Immobilienunternehmer. Die Bedeutung des Themas betonte der Ortsvorsitzende der FDP, Dr. Jens Barschdorf: „Unsere Region ist Wachstumsregion. Bis 2030 wird die Metropolregion München um weitere 700.000 Menschen wachsen. Doch schon heute ist der Mietmarkt äußerst angespannt. Deshalb muss nun endlich mehr Wohnraum geschaffen werden, damit er endlich wieder bezahlbar wird. Hierzu müssen Bürokratie und Misstrauen der Politik gegenüber denjenigen, die Wohnraum schaffen, endlich geringer werden“

Dieser Einschätzung stimmte auch Sebastian Körber zu: „Kostentreiber Nummer 1 bei Bauvorhaben ist die öffentliche Hand! Durch Bürokratie und Gängelung von Bauherren wird verhindert, dass Wohnraum geschaffen wird!“ Körber zeigte dann auf, wie die verschiedenen Ebenen von der EU bis zur Kommune zusammenwirken, und dabei verhindern, dass sich gerade Familien und junge Menschen Wohnraum leisten können. Die neue EU-Wohnimmobilien-Kreditrichtlinie, die in Deutschland zudem über Gebühr streng in nationales Recht umgewandelt wurde, hemmt den Kauf, da der Wert der Immobilie nicht mehr als Sicherheit bei der Kreditvergabe zählt. Zudem sei es oft die Bürokratie, die Bauen immer teurer mache. Baunebenkosten, wie eine Vielzahl von Gutachten oder überhöhte Brandschutzauflagen verteuern das Bauen immer mehr. „Insbesondere auf kommunaler Ebene erhöhen sich die Kosten durch lange Genehmigungszeiten deutlich. Denn Baugrund, der brach liegt, kostet am Ende Geld, das dann auf die Miete aufgeschlagen wird. Dasselbe gilt auch für hohe Anforderungen an Stellplätze, gerade bei jungen Menschen, die mittlerweile auf andere Mobilitätsformen umsteigen, führen oft zu überhöhten Kosten. Das wäre jedoch eine Stellschraube, die Baukosten und damit auch die Mieten zu reduzieren.“

Körber fordert daher schneller und günstiger zu bauen und mehr Bauland auszuweisen. „Dies erreichen wir indem wir die Grunderwerbsteuer auf die erste selbstgenutzte Immobilie abschaffen und die Vorschriften der Bayerischen Bauordnung auf den Prüfstand stellen.“

Nach einer spannenden Diskussion mit den knapp 20 Anwesenden resümierte der Kreisvorsitzende der Liberalen, Dr. Martin Alberti: „Es zeigt sich wieder, dass wir in Bund, Land und auch vor Ort, viel zu wenig tun um die Probleme vor Ort zu bekämpfen. Dies wollen wir ändern auch indem wir konkret in der Gemeinde vor Ort an den Stellschrauben drehen, die bezahlbares Wohnen erleichtern. So wollen wir auch Baugenossenschaften besser unterstützen.“